Vereinschronik

Gründerjahre und Aufbau

Am 7. Dezember 1895 wurde der Männer-Turnverein GERMANIA DIEMARDEN in der Gastwirtschaft Schachtebeck (Vereinslokal Bieling) gegründet. Es bestehen über die Gründungsversammlung und die turnerischen Arbeiten in den ersten Jahren des Vereins leider keine urkundlichen Aufzeichnungen mehr.
Das älteste Dokument ist ein sorgfälltig geführtes historisches Kassenbuch aus dem Jahre 1904.
Anhand dieses Buches lassen sich alle Mitglieder sowie Einnahmen und Ausgaben des Vereins bis zum 2. Weltkrieg zurückverfolgen. Um diesen wertvollen Vereinsschatz für unsere Nachkommen zu erhalten, werden wir es demnächst mikroverfilmen lassen.

Den Bemühungen der Gründungsmitgliedern
August Rehberg - August Schüddekopf - Heinrich Deppe, Luis Deppe und Dietrich Tod
standen anfangs zahlreiche ältere Einwohner ablehnend gegenüber. Trotz dieser Schwierigkeiten hatte der Verein im Jahre 1904 bereits 44 Mitglieder, die 20 Pfennig im Monat an Beitrag entrichteten.

Der Präsident war August Meyer sen. Ihm zur Seite standen Dietrich Tod und August Winkel als Kassierer. Als Schriftführer fungierte Otto Wedemeyer. Die turnerische Ausbildung lag in den Händen von August Jahns und Hermann Graebe.

In dieser Zeit hatte man an den Turnfesten in Kassel, Northeim und Geismar teilgenommen. Seit dem Jahre 1901 wurde der Thie als Turnplatz verwendet, doch Geräte waren noch nicht vorhanden. 1904 feierte man am 6. März zusammen mit dem Männergesangverein im Gasthaus Zum Bahnhof das erste Wintervergnügen.

Danach wurde regelmäßig im Dezember das „Kappen-Kränzchen“ in der Gastwirtschaft Richter (am Thie) veranstaltet. Zusammen mit dem Krieger- und Gesangverein beging der Turnverein die 40jährige Wiederkehr des Sedantages.

Die Feier fand am 2.9.1910 unter der Friedenseiche statt (es ist die Eiche in der Langen Straße - gegenüber der Dachdeckerei C. CH. Weiss).

Am 8. Juli 1912 besichtigte der Ausschuß für Jugendpflege einen Spielplatz in den Eichenwäldern am Klingelbrunnen (am heutigen Schützenhaus). Vor über 500 Zuschauern beging man am 25.Mai 1913 hier die Jahrhundertfeier von 1813. (Diemarden hatte 1913 nur 509 Einwohner)

Fahne des TSV Diemarden

 

 

Unsere Vereinsfahne wurde am 14. und 15. Juni 1914 geweiht. Sie wurde von der Thüringischen Fahnenfabrik in Coburg für 402,50 DM angefertigt.
1982 mußte sie für 3000 DM restauriert werden und erstrahlt seitdem in altem Glanz.

 

 

 

Der erste Weltkrieg und Wiederaufbau

Am 13. und 14 Juli feierte man das Fest der Bannerweihe im Namen des Kaisers. Diese Aktivitäten wurden durch den 1. Weltkrieg jäh unterbrochen und das Turnen wurde eingestellt. Von den 24 Vereinsmitgliedern, die in den Krieg ziehen mußten, kehrten 7 Sportkameraden nicht mehr in ihre Heimat zurück. Der volle Turnbetrieb setzte erst 1920 wieder ein.

Es bestand damals folgender Vorstand:


1. Vorsitzender : Heinrich Schachtebeck II
2. Vorsitzender : Hermann Graebe
Kassierer : Louis Füllgrabe


Man turnte auf den Turnfesten in Holtensen, Niedernjesa und beim Bezirksturnfest in Obernjesa. Die älteste Urkunde stammt von August Meyer aus dem Jahre 1922 und hat seinen Ehrenplatz neben den „frischen“ Erfolgen in unserem Sporthaus.

Als erster im Dorf schaffte sich das Vereinsmitglied Bauermeister ein Motorrad an. Danach begann 1923 die schwere Zeit der Inflation. Der Beitrag erreichte die utopische Zahl von 100 Milliarden im Monat und der Kassenbestand wurde im Dezember 1923 mit 19 Billionen 550 Milliarden 1. Million 555 Tausend und 486 Mark abgeschlossen.

Nach der Reform blieben davon 19,55 Goldmark übrig. Unter der Führung von Otto Fahrenbach und Heinrich Tod wurde im Jahr 1925 das 30jährige Jubiläum in einem Zelt gefeiert.
Das Vereinsmitglied Rehberg war 1927 stolzer Besitzer des ersten Autos.


Der 1. Vorsitzende August Meyer, Sohn des ehemaligen Vorsitzenden und Bruder des späteren 1. Vorsitzenden Karl Meyer, konnte am 08. 02. 1933 die Glockenwiese (6.791 qm, ein Teil des heutigen Sportplazes ) für 50 DM im Jahr anpachten.
Der Name Meyer zieht sich wie ein roter Faden durch die Vorstands-Geschichte des TSV GERMANIA.


Der 2. Weltkrieg schien dann alles zerstört zu haben, was in jahrzehntelanger Arbeit mühsam aufgebaut worden war. Nachdem die Besatzungsmächte die Gründung von Vereinen wieder gestatteten, wurde im Jahre 1947 der TSV Germania von folgenden Männern neu aufgebaut:

August Meyer, Rudolf Schäfer, Eduard Tod, Erich Schachtebeck sen., Karl Meyer, Rudolf Schachtebeck, Gustav Behre, August Schäfer, Willi Gotthardt, Paul Schachtebeck, August Schachtebeck, Walter Siegmann, Walter Fischer, Willi Gräbe, Friedrich Fascher, Karl Hahne, August Grebe, Hermann Graebe jun., Gerhard Graebe, August Friedrichs, Heinrich Vogelsang, Willi Kuhlmann, Heinrich Kuhlmann, Karl Dickehuth und Fritz Dickehuth.

Im Laufe der Jahre konnten viele neue Mitglieder eingeschrieben werden. Das Geräteturnen wurde wieder aufgenommen und bis zum Jahr 1958 intensiv betrieben.
Als man durch Vergrößerung der Glockenwiese ein für damalige Gegebenheiten sehr ordentliches Sportgelände zur Verfügung hatte, wurde 1949 eine Herrenhandballabteilung gegründet. Leider hatte sie nur bis 1952 Bestand, da viele Spieler Flüchtlinge waren und Diemarden für sie nur eine kurze Zwischenstation war. Seit 1949 wurde ebenfalls Tischtennis gespielt.


Im Jahr 1952 wurden erstmals weibliche Mitglieder aufgenommen. Es durften damals alle Mitglieder bis 25 Jahren nur dann Handball oder Tischtennis spielen, wenn sie sich auch am Geräteturnen beteiligten.


Infolge der Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz schob sich neben dem Tischtennis auch der Fußball in unseren Verein in den Vordergrund. Es wurde eine Herrenmannschaft gegründet und 1957 eine Jugendmannschaft gemeldet.

1961 erfolgte die Eintragung in das Vereinsregister. Nachdem der Bauschein am 25.07.1960 vorlag, errichtete man unter Leitung des 1. Vorsitzenden Karl Meyer mit sehr geringen Zuschüssen in Eigenleistung das Vereinsheim. Es wurde nach 6 jähriger Bauzeit am 22.1.1966 eingeweiht.


Durch sein tatkräftiges Mitwirken und seinen unermüdlichen Einsatz hat sich unser leider zu früh verstorbener Ehrenvorsitzender Karl Meyer große Verdienste um den Sport in Diemarden gemacht.

Der nachfolgende 1. Vorsitzende Erich Tölle (er ist noch heute in unserer Faustball-Truppe aktiv) war bemüht, dieses Sporthaus zum Treffpunkt für alle Mitglieder zu gestalten und schaffte in den kommenden Jahren eine komfortable Einrichtung an.

Seinem Weitblick ist es zu verdanken, das wir am 6.10.1972 zum erstenmal im Weender Hallenbad „baden“ gehen konnten. Ebenfalls verpflichtete er erstmalig mit dem Sportkameraden Günther Manzel einen bezahlten Fußballtrainer.
Der „Höhenflug“ im Fußball begann parallel mit der Amtsführung des 1.Vorsitzenden Herbert Gabeler sowie des Fußball-Trainers Eberhard Niemann.

Das Vereinshaus mußte im Laufe der Jahre ständig umgebaut und erweitert werden, um den Mannschaften die Möglichkeit zum Umziehen und Duschen zu geben. Außerdem wurde eine Gaszentralheizung eingebaut.

Unserem langjährigen 1. Vorsitzenden und Ehrenvorsitzenden Herbert Kohnert ist es zu verdanken, daß die Sportanlage „Am Glockenbrunnen“ mit dem Sporthaus in der jetzigen Bauform ausgebaut wurde.

Es ist schon etwas besonderes, wenn ein Vereinsmitglied in 45jähriger Vereinszugehörigkeit insgesamt 25 Jahre im Vorstand tätig war. In all den Jahren hat Herbert Kohnert uneigennützig den größten Teil seiner Freizeit dem Verein gewidmet und entscheidend zur Entwicklung des TSV GERMANIA beigetragen.

Im Jahre 1975 wurde eine Abteilung für Damenhandball gegründet. Die Damen hatten zuvor 2 Jahre zusammen beim TSV Klein Lengden um Punkte gekämpft. Leider konnte der Damenhandball, bedingt durch fehlenden Nachwuchs und „andere Umstände“ nur 3 Jahre bestehen.

Nach mehrmaligem Anlauf konnte 1979 eine Damengymnastikgruppe ins Leben gerufen werden. Schwierigkeiten und Probleme beim Aufbau der verschiedenen Sportarten wirkten sich aufgrund von fehlenden Räumlichkeiten (kein Dorfgemeinschaftshaus bzw. Halle ) immer wieder negativ aus.

So konnten unsere Vereinsmitglieder nur in Reinhausen, Groß Lengden bzw. Göttingen ihre Sportabende durchführen. Dies wurde erschwert durch fehlende Busverbindungen und sonstige Mitfahrgelegenheiten.


Nachdem im September 1986 der langersehnte Bau der neuen Gemeindesporthalle in Diemarden eingeweiht wurde, konnte der TSV Germania die Palette seiner Sportarten nochmals vergrößern.

Die neuen Sportarten Badminton, Faustball, Volleyball, Kinderturnen (3 Gruppen) sowie Rückenschulkurse wurden ins Leben gerufen und zählen dank ihrer engagierten Abteilungsleiter und Trainer zu einem festen Bestandteil unseres Vereins.

Der TSV steht z.Zt. in der Mitgliederstatistik des KSB Göttingen ( Altkreis Göttingen ) mit 585 Mitgliedern an 10. Stelle. Die dauernde Steigerung der Mitgliederzahl hatte zur Folge, daß die Aufgaben im Vorstand und bei den Abteilungsleitern erheblich zunahmen.


Wir möchten an dieser Stelle allen Vereinsmitgliedern, Sponsoren und Freunden herzlich danken, die sich immer wieder für den Verein eingesetzt und gearbeitet haben. Dies gilt insbesondere für unsere älteren Mitglieder, die dem Verein die Treue gehalten haben und jederzeit mit Rat und Tat zur Stelle waren.


Besonders danken wir dem Ortsrat Diemarden, der immer für die Belange des Vereins ein offenes Ohr gehabt hat, der Gemeinde Gleichen und dem Kreissportbund für ihre Unterstützung.
Der TSV Germania Diemarden 1895 e. V. hofft auch für die Zukunft auf eine gute Zusammenarbeit.


Lothar Schmoling

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